Indexmarktüberblick November 2025: Aktien trotz Erholung mit Gegenwind konfrontiert
Die Finanzlandschaft im November 2025 präsentiert sich komplex: US-Aktien haben sich kürzlich aufgrund nachlassender Befürchtungen hinsichtlich eines Regierungsstillstands erholt, stehen jedoch weiterhin vor erheblichen makroökonomischen und bewertungsbezogenen Herausforderungen. Der FTSE100 setzt unterdessen seine starke Entwicklung fort, während der DAX40 aufgrund von Bewertungsbedenken stagniert.
US-Aktien: Eine Erholung nach dem Shutdown in Frage gestellt
Die US-Aktienindizes, darunter der S&P500 und der Nasdaq100, ließen sich zunächst vom Shutdown der Regierung im Oktober unbeeindruckt und erreichten dank robuster Gewinne bis zum Monatsende neue Allzeithochs. Anfang November kam es jedoch zu einem Einbruch, als sich die Anleger wieder auf die weniger rosigen makroökonomischen und politischen Aussichten konzentrierten.
- Jüngste Erholung und technische Faktoren: Nach der Einigung über die Beendigung des mit 43 Tagen längsten Shutdowns der US-Regierung in der Geschichte haben sich die Aktien teilweise erholt. Technisch gesehen muss der S&P500 sein Hoch vom 29. Oktober bei 6.920 Punkten zurückerobern, um eine Fortsetzung der Erholung zu signalisieren.
- Bewertungs- und Konzentrationsrisiko: Der S&P 500 wird derzeit mit dem 22,8-fachen seiner 12-Monats-Gewinnprognose von IBES gehandelt. Das Risiko wird durch die zunehmende Konzentration der US-Indizes noch verstärkt. Während der S&P 500 im Jahresvergleich um 14,5 % gestiegen ist, hat sein gleichgewichteter Index nur um 3,6 % zugelegt, was das Konzentrationsrisiko unterstreicht.
- Wichtige makroökonomische Gegenwinde: Der Markt sieht sich mehreren Herausforderungen gegenüber, darunter hohe wirtschaftspolitische Unsicherheit (die voraussichtlich bestehen bleiben wird), fiskalische Risiken (bei weiter steigendem Schuldenstand im Verhältnis zum BIP) und ungelöste Handelsfragen.
Die generative KI-Erzählung unter der Lupe
Die generative KI-Erzählung, die seit Oktober 2022 eine der Haupttriebkräfte für die K-förmige Aktienmarktrallye war, wird nun von den Anlegern zunehmend kritisch hinterfragt.
- Bedenken hinsichtlich Finanzierung und Abschreibungen: Anleger konzentrieren sich verstärkt auf die Nutzung außerbilanzieller Finanzierungsinstrumente und die bilanzielle Behandlung von Abschreibungen auf IT-Ausrüstung, die das Ergebnis möglicherweise künstlich verbessern.
- Die Schätzung von Burry: Der US-Investor Michael Burry äußerte die Vermutung, dass Hyperscaler ihre Abschreibungen möglicherweise zu niedrig ansetzen, und schätzte die Unterbewertung zwischen 2026 und 2028 auf 176 Milliarden US-Dollar. Eine nicht ordnungsgemäße Verbuchung der Abschreibungen birgt das Risiko von Wertberichtigungen und einer „drastischen Neubewertung der Preise”.
- Technologischer Rückgang: Es gibt auch Bedenken, dass sich die Fortschritte bei generativen KI-Modellen verlangsamen könnten, da diese häufiger mit „Halluzinationen” konfrontiert sind – der Tendenz, Fehlinformationen als Fakten darzustellen.
Stärke des FTSE 100 und High-Street-Banken
Trotz erheblicher Gegenwindfaktoren steigt der FTSE 100-Index weiter an und scheint die psychologische Marke von 10.000 Punkten zu durchbrechen.
- Starke Performance: Der FTSE 100 hat im Jahresvergleich eine Gesamtrendite von 26,7 % erzielt, ist um 23,4 % gestiegen und weist eine Dividendenrendite von 3,3 % auf.
- Wichtige Unterstützung: Diese Outperformance wird durch die starken Ergebnisse von High-Street-Banken, Verteidigungsunternehmen und Nicht-Energie-Rohstoffunternehmen unterstützt.
- Neubewertung der Banken: Die High-Street-Banken, die im vergangenen Jahr eine starke Performance gezeigt haben (z. B. Standard Chartered mit einem Anstieg von 74,7 % im Jahresvergleich), scheinen ihre Bewertungen gelockert zu haben. Allein die Neubewertung der High-Street-Banken dürfte den FTSE 100-Index insgesamt um rund 6,4 % anheben.
- Bewertung: Das 12-Monats-KGV des FTSE 100 liegt bei 13,1 und damit leicht unter dem Durchschnitt seit der Jahrtausendwende (13,3). Unter der Annahme, dass das KGV auf seinen Höchststand nach der globalen Finanzkrise (16) steigt, könnte der Index auf 11.800 (+19,5 %) klettern, was darauf hindeutet, dass die Bewertung kein wesentliches Hindernis darstellt.
DAX40 stagniert trotz optimistischer Erwartungen
Der DAX40-Index stagniert seit Mitte Mai weitgehend, bewegt sich in einer breiten Handelsspanne und zeigt Schwäche gegenüber seinem 200-Tage-Durchschnitt.
- Konzentration und Anfälligkeit: Der DAX40 ist aufgrund der zunehmenden Konzentration auf wenige Large-Cap-Unternehmen und einer hohen negativen Korrelation mit dem S&P 500 VIX Index besonders anfällig.
- Überhöhte Bewertungen: Die Erwartungen für das Gewinnwachstum sind mit 11,7 % im Jahresvergleich hoch. Unter dieser Annahme dieses Wachstums liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 14,6 und damit deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von 12,3.
- Unwahrscheinliches Szenario: Die Regressionsanalyse legt nahe, dass ein EPS-Wachstum von 11,7 % mit einem Anstieg der Warenexporte um 20,5 % gegenüber dem Vorjahr einhergeht, was unwahrscheinlich erscheint. Angesichts der optimistischen Gewinnerwartungen und der hohen Bewertungen erscheinen die Renditeerwartungen für den DAX40 gering.
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