Indexmarktüberblick Dezember 2025: Trotz Erholung lässt die Dynamik nach
Zum Jahresende 2025 erholten sich die wichtigsten Aktienindizes, doch der Dezember-Bericht hebt Bedenken hervor, dass die Aufwärtsdynamik insbesondere an den US-Märkten nachlassen könnte. Die Begeisterung für generative KI und die zurückhaltenden Signale der US-Notenbank führten zunächst zu einem Anstieg des Optimismus und zu Dip-Käufen.
Allerdings deuten überhöhte Bewertungen, zunehmende Gegenwinde durch die „Wall of Worry” und Unterschiede im zugrunde liegenden Gewinnwachstum auf einen fragileren Ausblick für die wichtigsten Indizes hin.
US-Aktien: Erholung und zunehmende Fragilität
Die Indizes S&P 500 und Nasdaq verzeichneten im Dezember Gewinne, doch es gibt deutliche Anzeichen für eine zugrunde liegende Schwäche und Konzentrationsrisiken.
● Marktperformance (Stand Dezember 2025):
- Der S&P500 stieg um 0,6 % gegenüber dem Vormonat (+13,2 % gegenüber dem Vorjahr) und erreichte fast sein Allzeithoch, konnte jedoch sein Oktoberhoch nicht übertreffen.
- Der Nasdaq schnitt mit einem Plus von 1,0 % gegenüber dem Vormonat (+18,4 % gegenüber dem Vorjahr) etwas besser ab.
- Der Dow Jones verzeichnete mit 1,9 % gegenüber dem Vormonat (+8,9 % gegenüber dem Vorjahr) das stärkste Monatswachstum.
● Wichtige Marktbedenken:
- Überhöhte Bewertungen: US-Aktien scheinen gute Nachrichten bereits stark eingepreist zu haben. Das 12-Monats-KGV des S&P 500 liegt bei 22,9, während das des Nasdaq 100 bei 28,4 liegt.
- Divergierende Gewinne: Die IBES-Prognosen für das 12-Monats-KGV des S&P 500 sind auf robuste 14,3 % im Jahresvergleich gestiegen. Dies ist der höchste Stand seit Oktober 2021 und liegt deutlich über dem historischen Durchschnitt (11,7 % im Jahresvergleich) und dem tatsächlichen Ergebnis (7,5 % im Jahresvergleich), was darauf hindeutet, dass gute Nachrichten bereits stark eingepreist sind.
- Konzentrationsrisiko: Die Rallye wurde stark von IT-Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung getragen, wobei die zehn größten Unternehmen im S&P 500-Index 41,38 % der Gewichtung ausmachen – genauso viel wie die 467 kleinsten Unternehmen zusammen. Dies erhöht die finanzielle Fragilität und die Anfälligkeit für sektorspezifische Schocks.
- Anlegerstimmung: Die kurzfristige Stimmung, die in der wöchentlichen Umfrage der AAII erfasst wird, zeigte Anfang Dezember eine deutliche Verbesserung. Diese optimistische Stimmung wird jedoch als fragil angesehen, da rekordverdächtige 63 % der von der Bank of America befragten Fondsmanager angaben, dass sie US-Aktien für überbewertet halten.
FTSE100: Rallye pausiert, aber Aufwärtspotenzial bleibt bestehen
Der britische FTSE100-Index erlebte einen vorübergehenden Rückgang und fiel von einer wichtigen psychologischen Barriere zurück.
Marktperformance: Der FTSE100 verlor im Monatsvergleich 2,5 %, liegt aber im Jahresvergleich weiterhin um 16,3 % im Plus. Der Index schaffte es nicht, die 10.000-Punkte-Marke zu durchbrechen, und erreichte am 12. November mit 9.930 Punkten ein Allzeithoch, bevor er nachgab.
Branchenhighlights: Hinter dem Index blieben konsumorientierte Unternehmen zurück, während Aktien wie Games Workshop Group (+27,7 % im Monatsvergleich) eine Stärke zeigten. Auch die High-Street-Banken setzten ihre starke Entwicklung fort.
Gewinne und Bewertung:
- Gewinnerwartungen: Die IBES-Gewinnerwartungen für die nächsten 12 Monate sind auf 10,7 % gestiegen, den höchsten Stand seit November 2021. Dieser Anstieg steht im Einklang mit einer moderaten Erholung des britischen Exportwachstums.
- Bewertung: Das geschätzte 12-Monats-KGV ist von seinem jüngsten Höchststand von 13,2 auf 12,8 gesunken und liegt damit leicht unter dem Durchschnitt seit der Jahrtausendwende (13,3).
- Ausblick: Szenarioanalysen deuten auf ein erhebliches Aufwärtspotenzial hin. Wenn die Gewinne den Erwartungen entsprechend wachsen (+10,7 % im Jahresvergleich) und das KGV auf seinen Durchschnitt seit der Jahrtausendwende (13,3) steigt, könnte der Index 10.545 Punkte (+9,1 %) erreichen. Die Kombination aus steigenden Gewinnerwartungen und entspannten Bewertungen stützt den Index und hält 10.000 als realistisches kurzfristiges Ziel aufrecht.
DAX40: Erholung bei gestreckter Bewertung
Der DAX40-Index erholte sich im Dezember, allerdings vor dem Hintergrund einer wachsenden Divergenz zwischen historischen und zukunftsgerichteten Gewinnen.
- Marktperformance: Der DAX40 stieg um 1,8 % gegenüber dem Vormonat (+19,9 % gegenüber dem Vorjahr).
- Konzentrationsrisiko: Ähnlich wie in den USA blieben großkapitalisierte Unternehmen wie SAP (-3,1 % gegenüber dem Vormonat) und die Siemens-Gruppe (-3,6 % gegenüber dem Vormonat) hinter den Erwartungen zurück, wodurch der Gesamtindex hinter der durchschnittlichen Unternehmensperformance (+3,3 % gegenüber dem Vormonat) zurückblieb. Die fünf größten Unternehmen (SAP, Siemens, Airbus, Allianz und Deutsche Telekom) machen nun 40,9 % der Marktkapitalisierung aus.
- Erholung im Automobilsektor: Bemerkenswert war die Stärke der Aktien aus dem Automobilsektor, wobei Porsche, Volkswagen und BMW alle zweistellige Monatsgewinne verzeichneten.
- Unterschiedliche Gewinne und Bewertungen:
- Gewinnerwartungen: Die IBES-Gewinnerwartungen für die nächsten 12 Monate liegen bei robusten 12,5 %. Die historischen EPS sind jedoch ins Stocken geraten, zeigen keinen klaren Trend und sind im Jahresvergleich nur um 3,5 % gestiegen, was auf eine zunehmend angespannte Bewertung hindeutet.
- Bewertung: Das aktuelle 12-Monats-KGV liegt bei 14,8 und damit deutlich über dem Durchschnitt seit der Jahrtausendwende (12,3).
- Ausblick: Diese überdehnte Bewertung basiert auf einer Beschleunigung des Gewinnwachstums, die alles andere als sicher ist und zunehmend von den tatsächlichen Gewinnen abweicht. Damit der Index weiter steigen kann, wäre ein deutlicher Gewinnanstieg oder eine weitere Überbewertung erforderlich.
Ausblick für die Wirtschafts- und Geldpolitik
Die bevorstehenden Ereignisse und Datenveröffentlichungen deuten auf gemischte Signale für den Beginn des Jahres 2026 hin.
USA: Die Kerninflation des Verbraucherpreisindex für November dürfte mit 3,0 % im Jahresvergleich moderat über dem Zielwert bleiben. Die Entspannung auf dem Arbeitsmarkt und die nachlassenden Befürchtungen hinsichtlich Zöllen deuten jedoch darauf hin, dass die Gesamt- und Kerninflation ihren Höhepunkt erreicht haben könnten und sich im Laufe des Jahres 2026 verlangsamen dürften. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sank im November auf 48,2 und deutet damit auf eine Kontraktion hin.
Großbritannien: Es wird allgemein erwartet, dass die Bank of England den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,75 % senken wird, da die schwächeren Arbeitsmarktbedingungen den Druck auf die Kerninflation verringern.
EU: Es wird allgemein erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Diskontsatz aufgrund des Anstiegs des Composite-PMI und der für November erwarteten Inflationsrate von 2,2 % gegenüber dem Vorjahr bis 2026 unverändert bei 2,0 % belassen wird.
Bleiben Sie auf dem Laufenden
Für Echtzeit-Einblicke in die Markttrends laden Sie unseren Index-Monatsbericht (auf Englisch) herunter.
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