Überblick über den Goldmarkt im Januar 2026: Edelmetalle steigen angesichts globaler Unsicherheit sprunghaft an
Die Festtage haben eine außergewöhnliche Ära für Edelmetalle eingeläutet. Der Überblick über den Goldmarkt im Januar 2026 zeigt steigende Preise, historische Höchststände und eine strukturelle Veränderung im Verhalten der Anleger. Gold ist zwar weiterhin ein Eckpfeiler von Safe-Haven-Portfolios, teilt sich jedoch derzeit mit Silber und Platin die Aufmerksamkeit in einer breit angelegten Metallrallye.
Edelmetalle erreichen neue Allzeithochs
Das Ende des Jahres 2025 und der Beginn des Jahres 2026 waren für Metalle von einer „Achterbahnfahrt” geprägt. Gold stieg auf einen Höchststand von 4.550 USD/Unze und verzeichnete damit einen deutlichen Anstieg von 68,3 % gegenüber dem Vorjahr. Die eigentliche Geschichte liegt jedoch in der explosiven Performance seiner Mitbewerber:
- Silber: Steigerte sich im Monatsvergleich um 34,1 % und erreichte einen Höchststand von 83,60 USD/Unze.
- Platin: Führte das Feld mit einem monatlichen Gewinn von 40,4 % an und erreichte einen Höchststand von 2.478 USD/Unze.
- Palladium: Verzeichnete ebenfalls starke Gewinne und stieg im Monatsvergleich um 18,2 %.
Dieser Anstieg veranlasste die Chicago Mercantile Exchange (CME) Ende Dezember dazu, die Margenanforderungen zweimal anzuheben, um die extreme Volatilität einzudämmen. Diese Maßnahme kühlte die Preise zwar vorübergehend ab, doch der zugrunde liegende Aufschwung bleibt ungebrochen, der nicht nur durch spekulative Handelsgeschäfte angetrieben wird.
Warum steigen Gold und Silber?
Zwar üben traditionelle makroökonomische Faktoren wie Anleiherenditen und der US-Dollar nach wie vor Einfluss aus, doch sind sie gegenüber der Neugewichtung von Portfolios in den Hintergrund getreten. Investoren wenden sich zunehmend Metallen zu, um sich gegen anhaltende geopolitische Instabilität und wirtschaftliche Unsicherheit abzusichern.
Der USD-Gegenwind
Der US-Dollar hatte zu kämpfen und verlor im vergangenen Jahr gegenüber einem Korb von fünf wichtigen Währungen 8,2 % an Wert. Da die Nettoauslandsvermögensposition der USA einen Schuldenstand von 29,96 Billionen US-Dollar (82,5 % des BIP) erreicht hat, lässt die Nachfrage nach US-Vermögenswerten nach, was einen natürlichen Rückenwind für den in Dollar notierten Goldpreis darstellt.
Angebotsengpässe und „The Mint Ratio”
Ein wichtiges Highlight des aktuellen Marktes ist der Einbruch der Mint Ratio (Gold-Silber-Verhältnis). Sie ist auf 59:1 gefallen, den niedrigsten Stand seit 2013, da Silber weiterhin eine Outperformance erzielt.
Auf der Angebotsseite bleibt Gold weiterhin sehr unelastisch. Trotz hoher Preise hat sich der weltweite Goldbestand in den letzten 15 Jahren kaum erhöht. Dieses knappe Angebot wird durch die steigende Investitionsnachfrage, die traditionelle gewerbliche und industrielle Nutzer „verdrängt”, weiter unter Druck gesetzt.
Platin und der China-Faktor
Platin steht derzeit unter einem einzigartigen Angebotsdruck. China absorbiert derzeit etwa 60 % des geförderten Platins, und die kürzlich erfolgte Einführung des Terminhandels an der Guangzhou Futures Exchange (GFEX) dürfte die Importe weiter ankurbeln, da die Börse ihre Lieferbestände aufbaut. Da Platin trotz seiner 20-fachen Seltenheit mit einem Abschlag von 50 % gegenüber Gold gehandelt wird, sehen viele Analysten erheblichen Spielraum für weiteres Wachstum.
Ausblick: Ist Gold überbewertet?
Wenn man die Goldpreise um den US-Verbraucherpreisindex deflationiert, deuten die aktuellen Bewertungen darauf hin, dass Gold im Vergleich zu seinem langfristigen realen Trend um etwa 40 % überbewertet ist. Wenn wir jedoch eine strukturelle Veränderung in der Allokation globaler Portfolios erleben, ist diese „teure” Bewertung möglicherweise nicht mehr das Hindernis, das sie einmal war.
Auch im weiteren Verlauf des Jahres 2026 bleibt der Trend eindeutig zugunsten von Edelmetallen, unterstützt durch einen schwächeren Dollar und eine globale Flucht in sichere Anlagen.
Bleiben Sie auf dem Laufenden
Für Echtzeit-Einblicke in die Goldpreisentwicklung und Markttrends laden Sie unseren Gold-Monatsbericht (auf Englisch) herunter.
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