Indexmarkt-Überblick April 2026: Waffenstillstand sorgt für Entspannung – Bewertungen bleiben im Blick
Anfang April 2026 haben die Aktienmärkte wieder deutlich zugelegt, nachdem die geopolitischen Sorgen rund um den Nahen Osten nachließen. Die Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Israel/US-Konflikt löste eine kräftige Rally aus und brachte die US-Indizes seit Monatsbeginn nahezu wieder auf Null. Auf längere Sicht bleibt das Bild jedoch gemischt: Robustes Gewinnwachstum steht anhaltenden Kreditrisiken gegenüber.
US-Aktien: Erholung aus dem Stimmungstief
Der US-Markt legte am Mittwoch, den 8. April 2026, im Anschluss an die Nachricht über die Waffenruhe deutlich zu. Der S&P 500 stieg auf 6.783 Punkte und setzte sich damit wieder über die 200-Tage-Linie. Die Rally folgte auf eine spürbare Eintrübung der Anlegerstimmung im März – begleitet von einer deutlich gestiegenen Nachfrage nach Put-Optionen auf Aktien.
- Bewertungen entspannen sich: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 ist von einem Höchststand von 23,2x auf rund 20x gesunken.
- Starke Gewinne: Die Unternehmensgewinne in den USA wachsen mit einem kräftigen Tempo von 14,3 % gegenüber dem Vorjahr – gestützt durch hohe Investitionen in Plattformen für generative KI.
- Margin Debt: Trotz eines leichten Rückgangs bleibt das FINRA Margin Debt mit 1,25 Billionen US-Dollar auf hohem Niveau – ein Zeichen dafür, dass die Marktexponierung weiterhin beträchtlich ist.
FTSE 100: Energie und Rüstung als Puffer
Der FTSE 100 zeigt sich robust und legt im Monatsvergleich 1,9 % zu, im Jahresvergleich sogar 38,1 %. Die starke Gewichtung von Energie- und Rohstoffwerten hat den Index spürbar gestützt.
- Starke Sektoren: Zugewinne bei BP (+13 %), Shell (+7 %) und Glencore (+12,7 %) haben die Schwäche konsumnaher Bereiche ausgeglichen.
- Rückenwind aus der Rüstung: BAE Systems legte seit Jahresbeginn um 32,3 % zu und sorgt damit für zusätzliche Stabilität im Index.
- Stoßdämpfer-Funktion: Mit einem erwarteten KGV von 13,3x notiert der FTSE 100 auf Höhe seines Durchschnitts seit der Jahrtausendwende – ein möglicher Puffer bei einer Gewinnabschwächung.
DAX 40: Hohe Anfälligkeit für globale Risiken
Der deutsche DAX 40 erholte sich im Monatsvergleich um 2,8 % auf 24.081 Punkte, reagiert aber nach wie vor sehr sensibel auf globale Aktienrisiken. Der Index liegt weiterhin unter seiner 200-Tage-Linie bei 24.098 Punkten.
- Veränderte Zusammensetzung: Die Indexgewichtung von SAP ist wegen Bedenken rund um generative KI auf 8,87 % gefallen, während Siemens Energy um 208 % zulegte und damit zum sechstgrößten Wert im Index aufstieg.
- Konzentrationsrisiko: Der DAX 40 bleibt stark konzentriert: Die sechs größten Unternehmen machen rund 45 % des Index aus.
Kurs-Momentaufnahme (9. April 2026)
- S&P 500: 6.783 (0,0 % MoM; +24,3 % YoY)
- Nasdaq: 24.903 (-0,2 % MoM; +30,1 % YoY)
- Dow Jones: 47.910 (+0,8 % MoM; +18,0 % YoY)
- FTSE 100: 10.609 (+1,9 % MoM; +38,1 % YoY)
- DAX 40: 24.081 (+2,8 % MoM; +18,3 % YoY)
Ausblick: Diese Indikatoren sollten Sie im Blick behalten
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um zu beurteilen, ob die Erholung Anfang April Bestand hat. Anleger sollten besonders auf diese Punkte achten:
- Energiepreise: WTI-Rohöl ist im Monatsvergleich um 14,9 % gestiegen und setzt die Unternehmensmargen unter Druck.
- US-Inflation: Der CPI-Bericht für März (10. April) dürfte aufgrund steigender Kraftstoffkosten einen Anstieg von 0,9 % gegenüber dem Vormonat zeigen.
- Unternehmensgewinne: Die Quartalszahlen von JPMorgan, Alphabet und Microsoft in der zweiten Aprilhälfte werden mehr Klarheit zu Risiken im Private-Credit-Bereich und zu KI-Investitionen bringen.
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