Die besten Reiseziele mit attraktivem Wechselkurs
Im Devisenhandel können selbst geringe Schwankungen der Wechselkurse Möglichkeiten oder Risiken bergen. Händler verfolgen diese Bewegungen genau und analysieren Trends, Veranstaltungen und Wirtschaftsdaten, um fundierte Entscheidungen zu treffen.
- Wechselkursschwankungen wirken sich jedoch nicht nur auf die FX-Märkte aus, sondern betreffen auch Verbraucher im Alltag.
- Mit dem Sommer vor der Tür können daher auch Europäer, die einen Urlaub im Ausland planen, von Währungsschwankungen betroffen sein.
- Urlauber können, wie Händler, die günstige Marktbedingungen suchen, von einer Abwertung ausländischer Währungen profitieren und ihr Reisebudget effektiv nutzen. Wir haben untersucht, wo der Euro im vergangenen Jahr an Wert gewonnen hat und wie sich das auf die Kosten beliebter Sommerziele auswirkt. Durch die Analyse von Wechselkursänderungen möchten wir zeigen, wie ein Verständnis von Währungstrends jedem zugutekommen kann, ob man nun am Schreibtisch handelt oder am Strand entspannt.
- Um festzustellen, wo der Euro am meisten zu- oder abgenommen hat, haben wir mithilfe des OANDA Währungsrechners die Wechselkursveränderungen vom 23. Mai 2024 bis zum 23. Mai 2025 ausgewertet.
- Dabei verglichen wir den Wert von einem Euro in der jeweiligen Landeswährung verschiedener beliebter Reiseziele und ordneten sie danach, wie stark ihre Währungen auf- oder abgewertet wurden.
Währungen, in denen der Euro gestiegen ist
Devisenhändler wissen, dass bei Währungsabwertungen Timing alles ist. Während Händler solche Bewegungen zum Spekulieren oder Absichern nutzen, können auch Reisende profitieren, wenn sie Fremdwährungen gegenüber dem Euro nachgeben. Ein stärkerer Euro erhöht die Kaufkraft im Ausland und kann manche Reiseziele wesentlich günstiger machen als noch vor einem Jahr.
Auf Basis aktueller Wechselkursdaten haben wir die zehn Reiseziele identifiziert, deren Landeswährungen sich in den letzten zwölf Monaten am stärksten gegenüber dem Euro abgewertet haben. Das bedeutet zwar nicht, dass diese Reiseziele insgesamt billig sind, doch Ihr Euro reicht dort inzwischen deutlich weiter als im Vorjahr.
Rang | Land | Währungen | Wert von 1 EUR in | Wert von 1 EUR in | % Veränderung |
1 | Argentinien | Argentinischer Peso | 1291,41 | 964,28 | -34 % |
2 | Türkei | Türkische Lira | 43,95 | 34,89 | -26 % |
3 | Mexiko | Mexikanischer Peso | 21,87 | 18,03 | -21 % |
4 | Brasilien | Brasilianischer Real | 6,39 | 5,57 | -15 % |
5 | Kolumbien | Kolumbianischer Peso | 4716,77 | 4136,23 | -14 % |
6 | Ägypten | Ägyptisches Pfund | 56,36 | 50,65 | -11 % |
7 | Chile | Chilenischer Peso | 1065,91 | 967,43 | -10 % |
8= | Australien | Australischer Dollar | 1,76 | 1,63 | -8 % |
8= | Neuseeland | Neuseeländischer Dollar | 1,91 | 1,77 | -8 % |
8= | Düsseldorf | Indische Rupie | 97,05 | 90,27 | -8 % |
Argentinien (Argentinischer Peso –34 %)
Der argentinische Peso hat sich im Jahresvergleich um 34 % gegenüber dem Euro abgewertet und macht Argentinien im Jahr 2025 zu einem der attraktivsten Reiseziele für Urlauber aus der Eurozone. Vor einem Jahr erhielt man für einen Euro noch 964 Pesos; heute sind es 1 291 Pesos. Reisende können ihr Budget bei Unterkünften, Essen und Aktivitäten also deutlich weiter strecken.
Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielschichtig: Argentinien baut derzeit die Devisenkontrollen ab, die den Peso bislang gestützt haben, und führt weitreichende Wirtschaftsreformen durch. Dazu zählen drastische Ausgabenkürzungen, Deregulierung und eine stärkere Marktliberalisierung – Maßnahmen, die das Vertrauen von Investoren wiederherstellen sollen. Für Händler schafft ein solch volatiles Umfeld kurzfristig sowohl Risiken als auch Chancen, wenn die Märkte auf die drastischen politischen Kursänderungen reagieren.
Türkei (Türkische Lira – 26 %)
Die türkische Lira hat im Jahresvergleich rund 26 % gegenüber dem Euro an Wert verloren. Für Euro-Reisende könnte das deutlich günstigere Ferien in der Türkei bedeuten.
Diese Kursentwicklung spiegelt eine tiefgreifende Neuausrichtung der türkischen Geldpolitik wider: Die Zentralbank hat den Leitzins kräftig erhöht, um die hohe Inflation zu bekämpfen und die Preisstabilität zu sichern. Ihre Bereitschaft zu weiteren Zinsschritten (falls nötig) markiert einen deutlich konventionellen Kurs als in den vergangenen Jahren.
Während diese Maßnahmen die Anlegerstimmung gegenüber Lira-denominierten Vermögenswerten beeinflussen dürften, profitieren Reisende vor allem von niedrigeren Kosten vor Ort, etwa für Hotels, Verpflegung oder den Nahverkehr.
Mexiko (Mexikanischer Peso – 21 %)
Der mexikanische Peso hat im Jahresvergleich 21 % gegenüber dem Euro verloren. Vor einem Jahr erhielt man für einen Euro noch 18,03 Pesos, heute sind es 21,87 Pesos. Dadurch verfügen Reisende aus der Eurozone über deutlich mehr Kaufkraft. Zwar ist Mexiko insgesamt kein ausgesprochenes günstiges Ziel, doch der Währungsverlust drückt die relativen Kosten für alle, die beispielsweise Mexiko-Stadt, die Halbinsel Yucatán oder die Pazifikküste erkunden möchten.
Wo der Euro schwächelt
Während einige Reiseziele durch die Schwäche ihrer Währung günstiger geworden sind, zeigt sich anderorts der gegenteilige Trend: Dort hat die lokale Wahrung gegenüber dem Euro deutlich zugelegt. Für europäische Reisende bedeutet das Gegenwind, doch für Anleger eröffnen sich potenziell interessante Chancen, etwa durch Zinsdifferenzen, Kapitalströme oder strukturelle makroökonomische Veränderungen.
Rang | Land | Währung | Wert von 1 EUR in | Wert von 1 EUR in | % Veränderung |
1 | Schweden | Schwedische Krone | 10,85 | 11,62 | 7 % |
2= | Thailand | Thailändischer Baht | 37,04 | 39,46 | 6 % |
2= | Schweiz | Schweizer Franken | 0,93 | 0,99 | 6 % |
4= | Japan | Japanischer Yen | 162,33 | 169,64 | 4 % |
4= | Island | Isländische Krone | 144,30 | 149,76 | 4 % |
6 | Marokko | Marokkanischer Dirham | 10,27 | 10,61 | 3 % |
7 | Albanien | Albanischer Lek | 96,58 | 98,70 | 2 % |
Schweden (Schwedische Krone + 7 %)
Die schwedische Krone verzeichnete die stärkste Aufwertung gegenüber dem Euro und legte um 6,57 % zu. Für Händler könnte dieser Trend auf geldpolitische Straffungen in Schweden oder auf nachlassende Konjunkturimpulse im Euroraum zurückzuführen sein.
Für Reisende bedeutet der gestärkte Kronenkurs vor allem eines: höhere Kosten vor Ort. Schweden zählt grundsätzlich meist nicht zu den günstigsten Reisezielen, doch die festere Krone verstärkt diesen Umstand in diesem Jahr zusätzlich.
Thailand (Thailändischer Baht + 6 %)
Auch der thailändische Baht hat gegenüber dem Euro rund 6 % zugelegt. Für einen Euro erhält man derzeit 37,04 Baht statt 39,46 Baht im Vorjahr. Thailand gilt zwar weiterhin als vergleichsweise günstiges Fernreiseziel, doch dieser Kursanstieg schmälert die Kaufkraft des Euro, besonders für preisbewusste Reisende, die in Südostasien möglichst viel aus ihrem Budget herausholen möchten.
Schweiz (Schweizer Franken + 6 %)
Der traditionell stabile Schweizer Franken ist (wenig überraschend) um 5,63 % gegenüber dem Euro gestiegen. Für einen Euro erhält man jetzt nur noch 0,93 Franken statt 0,99 Franken im Vorjahr. Damit verteuern sich die ohnehin hohen Preise in der Schweiz weiter, besonders bei kostspieligen Ausgaben wie Unterkünften oder Resort-Aufenthalten.
Dieser Trend reflektiert das anhaltende Vertrauen in die Schweizer Wirtschaft und eine geldpolitische Abkopplung von der Entwicklung in der Eurozone.
Die am häufigsten gehandelten Währungen gegenüber dem Euro
An den Devisenmärkten konzentriert sich das Handelsvolumen häufig dort, wo Händler Chancen sehen, etwa durch Zinsdifferenzen, geopolitische Risiken oder erwartete Volatilität.
Wechselkurse beeinflussen zwar alltägliche Entscheidungen wie die Urlaubsplanung, spiegeln aber zugleich tiefere wirtschaftliche Faktoren wider, etwa Zinspolitik, geopolitische Risiken und Handelsströme.
Basierend auf unseren internen Daten haben wir ermittelt, welche Währungen am häufigsten gegen den Euro gehandelt wurden. Die folgende Übersicht zeigt, wo Euro-Händler im letzten Jahr besonders aktiv waren.
Rang | Währungen | Wert von |
1 | Amerikanischer Dollar (USD) | 85,0 % |
2 | Japanischer Yen (JPY) | 7,3 % |
3= | Australischer Dollar (AUD) | 2,2 % |
3= | Kanadischer Dollar (CAD) | 2,2 % |
5 | Britisches Pfund (GBP) | 1,6 % |
6 | Schweizer Franken (CHF) | 1,0 % |
Quelle: Daten basieren auf OANDAs weltweiter Handelsaktivität im Privatkundengeschäft über alle EUR-Währungspaare hinweg.
Was bewegt die Wechselkurse und wie reagieren Händler darauf?
Von den Nachwirkungen globaler Inflationszyklen bis hin zu bevorstehenden Wahlen in großen Volkswirtschaften bewegen sich Devisenhändler in einem Umfeld, in dem Nachrichtenfluss und der Ton der Geldpolitik die Stimmung binnen Sekunden drehen können.
Bei OANDA verfolgen unsere Experten laufend, wie politische Entwicklungen, Entscheidungen der Zentralbank und das Marktumfeld zusammenspielen und das Geschehen an Forexmärkten prägen. Im Folgenden geben unsere Experten ihre Einblicke in die aktuellen Treiber von Wechselkursbewegungen: Welche Währungen besonders im Fokus stehen, welche Faktoren dominieren, und wie sich Händler angesichts der gestiegenen Volatilität positionieren.
In einem Gespräch mit Senior-Marktanalyst Łukas Zembik beantworten wir Fragen zur Währungsumrechnung und zum Devisenhandel:
1. Was sind die Hauptfaktoren, die Wechselkurse beeinflussen können?
„Zu den Hauptfaktoren, die Wechselkurse beeinflussen, zählen Zinsunterschiede, Inflationserwartungen, die Geldpolitik der Zentralbanken, geopolitische Spannungen sowie wichtige makroökonomische Indikatoren wie BIP, Beschäftigungszahlen und Handelsbilanzen. In Zeiten der Unsicherheit werden außerdem die Marktstimmung und die allgemeine Risikobereitschaft zu entscheidenden Treibern.“
2. Worauf achten erfahrene Händler, wenn der Euro in einigen Märkten stärker wird und in anderen nachgibt, um Chancen und Risiken beim Handel mit Fremdwährungen abzuwägen?
„Beim Handel mit dem Euro oder anderen wichtigen Währungen achten Händler genau auf Signale wie Inflationsdaten (VPI), Wirtschaftswachstum (BIP), Entwicklungen am Arbeitsmarkt und insbesondere auf die Hinweise der Zentralbanken wie der EZB und der US-Notenbank. Weichen wirtschaftliche Dynamik oder geldpolitische Ausrichtung zwischen den Regionen voneinander ab, entstehen am Devisenmarkt sowohl Risiken als auch potenzielle Chancen.”
3. Wie beeinflusst das aktuelle politische Umfeld den Wert von Währungspaaren?
„Das politische Umfeld ist ein weiterer maßgeblicher Faktor für die Bewertung von Währungen, vor allem wegen der Unsicherheit, die es erzeugt, und der Richtung, die es der künftigen Politik vorgibt. Wahlen, diplomatische Spannungen und politische Schocks lösen häufig erhebliche Währungsänderungen aus. Gegenwärtig sind für die Devisenmärkte zwei Themen besonders wichtig: die sich entwickelnden Beziehungen zwischen den USA und China sowie die breiteren transatlantischen Dynamiken zwischen den Vereinigten Staaten und Europa, insbesondere im Hinblick auf Handelszölle und Sicherheitspolitik.
„Zugleich könnten die im Juni 2025 in allen EU-Mitgliedstaaten stattfindenden Wahlen zum Europäischen Parlament das politische Umfeld innerhalb der EU verändern. Dies hat potenzielle Folgen für die Marktregulierung, die Ausrichtung der EU-Politik und das Vertrauen der Anleger in die Eurozone und ist daher ein entscheidender Faktor für die Stimmung an den Devisenmärkten.”
Anmerkungen:
Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar.
Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.
Methodik
Um zu untersuchen, wie sich Währungsbewegungen auf die Reise-Erschwinglichkeit für Verbraucher in der Eurozone auswirken, haben wir die jährliche Veränderung der Wechselkurse für eine Auswahl beliebter Urlaubswährungen analysiert.
Mithilfe des OANDA-Währungsrechners sind wir dabei wie folgt vorgegangen:
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